Verbunden bleiben

Nachdem ich das Auto in Mehring geparkt habe, führt mich der Fußweg durch die Weinberge auf die Höhe. Hoch oben mit einem wunderschönen Blick auf die Mosel lässt es sich auf einer Sinnesbank gut entspannen. Ruhe und Abstand zum Alltag stellen sich ein. Mein Blick fällt auf die in den letzten Wochen gereiften Weintrauben. Die Hauptlese hat bereits begonnen. Leider ist das Jahr 2021 für einige Weinbauern an der Ahr zu einem Katastrophenjahr geworden. Denken wir nur an die vielen Weinberge, die Mitte Juli der Überflutung zum Opfer gefallen sind. Dennoch ist man an der Ahr zuversichtlich. Eine hoffnungsvolle Hilfsaktion wurde unter den Winzern ins Leben gerufen. „SolidAHRität“, eine wunderbare Initiative, die mich sehr berührt hat. Viele Winzer aus dem In- und Ausland sowie Weinliebhaber beteiligten sich daran. Berufskolleg*innen eilten mit praktischer Unterstützung zur Hilfe, es gab Spendeninitiativen sowie Patenschaften. Rekordzahlen an Bestellungen für den „Flutwein“ wurden erreicht. Der Erlös kommt den geschädigten Ahr-Winzern zugute.

Wer schon einmal selbst große Not erlitten hat, der weiß, wie gut die Verbundenheit mit hilfsbereiten Menschen tut. Basierend auf diesem Hintergrund meditiere ich das Wort Jesu neu: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt reiche Frucht.“ Die Schriftstelle weist symbolhaft auf Lebensfülle, auf ein Fest oder eine ausgelassene Feier hin.

Wenn Sie am Wochenende mit Freunden oder Ihrer Familie einen Wein oder Sekt genießen, denken Sie daran, dass jede sonnengereifte Weintraube sowie ein schmackhafter Wein ein Impuls zum Nachdenken über Gottes Schöpfung sein können, um mit Christus und seiner frohen Botschaft verbunden zu bleiben. Ja, in Verbindung bleiben, ein Thema, das mich und sicher auch andere in diesen Tagen sehr beschäftigt. Dabei ist das Gebet eine hervorragende Weise, um mit IHM Kontakt zu halten.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen,
Gemeindereferent in der Pfarreiengemeinschaft Schweich

Zurück