Macht hoch die Tür

Advent

Morgen ist der erste Adventssonntag. Er läutet die vierwöchige Vorbereitungszeit auf Weihnachten ein. Ich mag die Adventszeit und die damit verbundenen Traditionen und Bräuche. Schon die ganze Woche über gehen mir schöne Adventslieder durch den Kopf. „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, gehört zu den beliebtesten Adventsliedern und wird in ökumenischer Verbundenheit gerne gesungen. Im Jahre 1623 wurde der Text von Pfarrer Georg Weissel anlässlich der Einweihung einer Pfarrkirche gedichtet.

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;

Wie stellen Sie sich das Kommen unseres Herrn vor, welche Tür öffnen Sie?

es kommt der Herr der Herrlichkeit,

Ja, ich warte auf sein Kommen. Der Advent will unsere Aufmerksamkeit lenken auf das, was noch nicht ist, aber werden soll.

ein König aller Königreich,

In der Heiligen Schrift hören wir von seinem Königreich, das nicht die Macht in den Mittelpunkt stellt, sondern den Dienst am Nächsten.

ein Heiland aller Welt zugleich,

So viele Menschen bedürfen der Heilung, der Wiederherstellung der körperlichen und seelischen Balance.

der Heil und Leben mit sich bringt,

In einer von der Corona-Pandemie bedrängten Zeit, die schon viel zu lange dauert und zu viele Opfer fordert. Dabei sehnen wir uns doch nach Leben, Gemeinschaft und menschlicher Nähe.

derhalben jauchzt, mit Freuden singt:

Er bringt Freude und Trost. Mit ihm an der Seite möchte ich laut singen, jubeln und ausgelassen tanzen. Er wird die Traurigkeit in Freude verwandeln.

Können Sie in diese ausgelassene Freude einstimmen, Jubellieder singen und zu ihrer Lebensmelodie tanzen? Trotz allem?

Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

Ihn, den Schöpfer meines Lebens, will ich in mir wohnen lassen. Seinen Rat will ich annehmen und danach leben.

Das Lied vermittelte Freude inmitten des Dreißigjährigen Krieges, während die Welt in Angst und Schrecken lag vor der tödlichen Infektionskrankheit, der Pest. Vielleicht kann uns gerade dieses Lied heute in unserer schwierigen Corona-Zeit Vertrauen und Hoffnung schenken auf den, auf dessen Kommen wir uns vorbereiten.

Rüdiger Glaub-Engelskirchen, Gemeindereferent der Pfarreiengemeinschaft Schweich

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