Frauen unterwegs

Mittwoch, 30. August, 2023, 14.00 Uhr, Bahnhof Schweich, leichter Nieselregen.

31! Frauen lösen Fahrscheine.

Pünktliche Abfahrt des Zuges um 14.28 Uhr Richtung Trier, Umstieg Trier Hauptbahnhof Richtung Homburg. Verlust eines Regenschirmes.

Ankunft um 15.14 Uhr in Kanzem. Im Zug ist es wieder still.

Nach einem kurzen Fußweg, gut ausgeschildert, treffen wir im Weingut van Othegraven, dem Ziel des Ausflugs ein, und werden am Toreingang von Gritt, der Geschäftsführerin herzlich begrüßt.

Es beginnt wieder zu regnen, so dass sie uns nur kurz die Weinlage Kanzemer Altenberg erklärt, die größte europäische zusammenhängende Steillage mit bis zu 85% Hanglage.

Dann schnell vorbei am Gutshaus und dem englischen Landschaftsgarten, die zusammen mit der Weinlage als Gesamtanlage ein Kulturdenkmal bilden und unter Denkmalschutz stehen.

Vor den Regen finden wir Schutz in einer hellen Vinothek, für alle ist zur Weinprobe eingedeckt.

Gritt gibt uns einen Überblick von der Gründung des Weinguts um 1600, seine. abwechslungsreiche Geschichte im deutschen Weinbau, den vielen Besitzern seit 1805, bis hin zur Familie Jauch, die das Gut 2010 in 7. Generation übernommen, grundsaniert und ein neues Marketing eingeführt hat.

Gritt spricht mit Hochachtung von den rumänische und polnischen Weinbergsarbeitern die mit Liebe zur Arbeit und mit großem Fachwissen schon seit 25 Jahren an die Saar kommen und während der Arbeitseinsätze im Gutshaus wohnen.

Wir probieren Rieslingsekt, erfahren was ein Gutswein ist und was GG und VPT bedeutet.

Die Weine werden zur Gärung nicht mit künstlichen Hefen versetzt, sondern der Kellermeister nutzt die Hefen auf der Traube und die Hefen, die sich im Keller befinden.

Das Motto: Bei uns dürfen Weine werden.

Sowieso der Kellermeister. Gritt verrät uns einige seiner Arbeitstricks.

Unter ein Weinfass, in dem die Gärung gestoppt hat, stellt er eine brennende Kerze, die Rebstöcke werden zur Stärkung mit aus verschiedenen Kräutern zusammengesetzten Brühen bespritzt, somit werden weniger Spritzmittel eingesetzt.

Und um Wildschweine aus dem Weinberg fernzuhalten, beschallt der Kellermeister ihn mit Musik von SWR4.

Feinherber Riesling, Riesling Kabinett und Spätlese probieren wir noch, bevor wir leider schon aufbrechen müssen, da der Zug nicht auf uns wartet.

Und nun nochmal zu Gritt. Begeistert hat sie uns erzählt, wie aus einer Metallfacharbeiterin, die in den Häfen und Werften von Rostock und Stralsund den Stahl von Schiffen veredelt hat, Weinbau in Koblenz und an der Weinakademie in Potsdam zusammen mit Thea Jauch studiert hat, ihre Berufung im Weingut van Othegraven gefunden hat.

Nach einem Praktikum an der Saar hat sie sich beworben und ist seit 2017 als Geschäftsführerin eingestellt und vertritt mit Leidenschaft, Überzeugung und Liebe das Weingut.

Leider haben wir über das viele Erzählen keine Zeit mehr, den Park zu besichtigen, was auch durch den wiedereinsetzenden Regen erschwert wird.

Nun Retoure nach Schweich, der Zug ist pünktlich, umsteigen in Trier kein Problem, alle Frauen sprechen über das Erlebte und viele werden sicher nochmals nach Kanzem fahren.

Zurück in Schweich endet der Tag im Schweicher Wirtshaus, wo sich noch einige Frauen dazugesellen, die am Ausflug nicht teilnehmen konnten.

Fazit: Ein sehr gelungener Tag mit vielen Eindrücken und einem herzlichen Dankeschön an das Orgateam

 

Marita Schmitt